Erzählsteine selber machen: Anleitung und 5 Erzählspiele

Erzählsteine selber machen: Ideen mit bemalten Steinen

Wir kennen sie als Wandersteine oder reisende Steine. Doch wusstest Du, dass Du die bunt bemalten Steine auch noch für andere Zwecke einsetzen kannst?

Vor allem bei der pädagogischen Arbeit mit Kindern können die farbenfrohen Steine wertvolle Dienste leisten. Die möglichen Einsatzzwecke dabei sind sehr vielfältig.

Hier stellen wir ein paar Ideen vor, wie bemalte Steine Zuhause, im Kindergarten oder in der Grundschule zum spielerischen Lernen genutzt werden können:

1. Erzählsteine: Erzählsteine mit Motiven wie Tieren, Fahrzeugen, Pflanzen, Obst und Gemüse und anderen Symbolen sind perfekt als Anregung zum Geschichten erzählen. Eine beliebte Einsatzmöglichkeit mit einer Kindergruppe ist es, mehrere bemalte Motivsteine in ein Säckchen zu geben. Jedes Kind darf sich dann einen Stein aus dem Säckchen nehmen und dann etwas zu dem Motiv darauf erzählen. So werden die Kinder zum Sprechen und Erzählen angeregt. Diese Methode wird auch gerne im Rahmen der Sprachförderung eingesetzt.

Außerdem eignen sich Erzählsteine gut, um vorgelesene Geschichten und Märchen anschaulich zu gestalten. Mal eine abwechslungsreiche Alternative zu Bilderbüchern.

2. Gefühlssteine: Steine mit lachenden, weinenden oder wütenden Gesichtern helfen jüngeren Kindern ihre Gefühle auszudrücken, auch wenn ihnen vielleicht noch die passenden Worte dafür fehlen.

Wanderstein, Erzählsteine

3. Buchstaben- und Zahlensteine: Buchstaben lernen, erste Wörter legen, Zählen, Rechnen, … Mit passend bemalten Steinen macht das Lernen besonders Spaß.

4. Farbsteine: Auch beim Farben lernen sind bunte Steine sehr nützlich.

5. Puzzlesteine: Ein größeres Motiv über mehrere Steine verteilt ergibt ein tolles selbst gemachtes Legepuzzle.

Erzählsteine und Co. einfach selber machen

Man kann verschiedene Sets mit Motivsteinen fertig kaufen. Aber noch viel mehr Spaß macht es, gemeinsam mit den Kindern Steine zu sammeln und diese dann selbst zu bemalen.

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Das Bemalen funktioniert ähnlich wie bei Wandersteinen: geeignete Steine reinigen, vollständig trocknen lassen und bemalen. Ob eine Versiegelung sinnvoll ist, hängt von Material und Nutzung ab. Wenn du noch nach passenden Materialien suchst, kannst du hier nachlesen, womit man Steine bemalt. Für weitere konkrete Motivideen findest du außerdem 15 kreative Ideen für Wandersteine.

Steinschlange

Wer weiß, vielleicht wird aus dem ein oder anderen Erzählstein irgendwann ein Wanderstein, der auf Reisen geht und anderen Findern Freude bereitet.

Erzählsteine selber machen: Material und Vorbereitung

Für ein erstes Set reichen acht bis zwölf Steine. Wähle glatte, saubere Steine ohne scharfe Kanten und in einer Größe, die zu den Kindern passt. Kleine Steine und Stiftkappen sind verschluckbar; das Angebot eignet sich nicht für Kinder, die Dinge noch in den Mund nehmen. Begleite die Bastel- und Spielrunde.

  • Glatte Steine, die du besitzen und bemalen darfst
  • Für die Oberfläche geeignete Farben oder Stifte; Alters- und Anwendungshinweise beachten
  • Bleistift, Pinsel und eine abwischbare Unterlage
  • Ein Tuch oder eine flache Schale zum Auslegen und eine Box zum Aufbewahren

Zum Aussuchen findest du hier Merkmale geeigneter Steine. Wenn Erwachsene feine Konturen ergänzen möchten, hilft unsere Anleitung zum Malen mit Acrylmarkern.

Welche Motive eignen sich für Erzählsteine?

Für die ersten Geschichten reichen acht bis zwölf gut erkennbare Bilder. Besonders hilfreich ist eine Mischung aus Figuren (Schaf, Fuchs, Katze), Orten (Haus, Wald, Schule), Gegenständen (Schlüssel, Ball, Brief) und Ereignissen (Regen, Sonne, Geburtstag). Wenn alle Steine nur Tiere zeigen, ähneln sich die Geschichten häufig. Unterschiedliche Motivgruppen regen zu überraschenden Wendungen an.

Ein Tipp für die Grundschule: Legt drei Steine für Anfang, Problem und Lösung aus. Ein Schaf geht in den Wald, verliert dort einen Schlüssel und bekommt Hilfe von einem Fuchs. So lernen Kinder spielerisch einen einfachen Spannungsbogen. Jüngere Kinder erzählen besser erst mit zwei Bildern, bevor weitere dazukommen.

In fünf Schritten zum eigenen Geschichten-Set

  1. Steine vorbereiten: Schmutz abwaschen und die Steine vollständig trocknen lassen. Lege sie auf eine geschützte Arbeitsfläche.
  2. Motive zusammenstellen: Wähle Figuren, Orte und Gegenstände, die sich miteinander verbinden lassen. Zum Beispiel: Schaf, Fuchs, Haus, Baum, Sonne, Wolke, Schlüssel und Apfel.
  3. Große Formen malen: Pro Stein genügt ein gut erkennbares Motiv. Beginne mit der Grundform und lasse die Farbe nach Herstellerangabe trocknen.
  4. Details ergänzen: Augen, Tür oder Blattstiel kommen zuletzt. Ein schwarzer Umriss ist hilfreich, wenn das Motiv sonst schwer zu erkennen ist. Das Bild muss nicht perfekt sein.
  5. Trocknen und aufbewahren: Erst spielen, wenn die Bemalung vollständig trocken ist. Lack ist für ein Set im Haus nicht automatisch nötig. Falls du versiegelst, müssen Material und Anwendung zur vorgesehenen Nutzung passen; Schutzlack macht Steine nicht mundgeeignet.

Fünf Erzählspiele, die ihr sofort ausprobieren könnt

1. Drei Steine, eine Geschichte

Wählt eine Figur, einen Ort und einen Gegenstand. Zum Beispiel Schaf, Baum und Schlüssel. Beginnt mit: „Unter dem Baum findet das Schaf einen Schlüssel …“ Gemeinsam überlegt ihr, welche Tür er öffnen könnte. Für den Anfang reichen drei oder vier Sätze.

2. Reihum weitererzählen

Legt die Steine verdeckt aus. Die erste Person dreht einen Stein um und beginnt die Geschichte. Jede weitere Person ergänzt mit ihrem Stein einen Satz. Niemand muss besonders schnell antworten; Ideen dürfen auch gemeinsam entstehen.

3. Ein neues Ende

Erzählt eine kurze Geschichte mit vier Steinen. Tauscht anschließend den letzten Stein aus. Wird aus dem Apfel eine Regenwolke, braucht die Geschichte vielleicht ein anderes Ende. Vergleicht eure beiden Versionen.

4. Was fehlt in der Geschichte?

Eine Person legt vier Motive aus und erzählt dazu. Dann schließen die anderen die Augen und ein Stein wird weggenommen. Welcher fehlt? Könnte die Geschichte auch ohne ihn funktionieren? Wer möchte, erfindet einen Ersatz.

5. Die verrückte Bestellung

Ein Kuscheltier bestellt etwas völlig Ungewöhnliches, etwa eine Suppe aus Sonnenstrahlen. Zwei gezogene Steine müssen nun in der Geschichte vorkommen. Mit Baum und Schlüssel könnte daraus die Suche nach einer verschlossenen Baumküche werden.

Erzählsteine in Kindergarten und Grundschule einsetzen

Kindergarten: Beginne mit zwei bis drei großen, leicht erkennbaren Motiven und einer gemeinsamen Frage wie „Was erlebt das Tier heute?“. Jüngere Kinder dürfen zuerst nur die Bilder benennen. Bei Bedarf erzählt eine erwachsene Person die ersten Sätze.

Grundschule: Lass die Kinder vier Steine ziehen und eine Geschichte mit Anfang, überraschendem Problem und Lösung schreiben. In Zweiergruppen können die Geschichten anschließend vorgelesen oder als kleine Bilderfolge gezeichnet werden.

Sprachförderung: Nutze offene Fragen statt reiner Abfragen: „Was könnte der Fuchs als Nächstes tun?“ oder „Wie fühlt sich die Figur?“. Kinder dürfen ein Motiv austauschen und eigene Ideen einbringen. Es gibt dabei nicht nur eine richtige Geschichte.

So bleibt die Runde entspannt

Beginne mit wenigen Motiven und einer kurzen Geschichte. Kinder dürfen einen Stein tauschen, gemeinsam erzählen oder erst einmal zuhören. Vermeide laufende Korrekturen: Entscheidend ist die gemeinsame Fantasie. Tiere für das nächste Set findest du bei unseren 20 Tiermotiven für Wandersteine.

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